12. Dezember 2018 (1)

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Abgeordneter Konrad Antoni (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Diesem Antrag werden auch wir unsere Zustimmung geben, weil wir grundsätzlich auch für die Förderung der Freiwilligenarbeit sind. Allein im Sport sind rund 600 000 Personen in Österreich, für Bewegung und Sport, freiwillig tätig – umgerechnet entspricht das einer wöchentlichen Leistung von beinahe 2,2 Millionen Arbeitsstunden. Somit zählt der Sport im Freiwilligenengagement eindeutig zu jenen Bereichen, die an der Spitze einzureihen sind.

Ich sehe aber Vereinsarbeit in vielen Bereichen auch als Dienst an der Gesellschaft – denken wir nur an die vielen Veranstaltungen, die über Vereine organsiert werden! All das wäre ohne die Freiwilligentätigkeit nicht möglich.

Genau aus diesem Grund haben wir 2012 – zu diesem Zeitpunkt war das Sozialministerium von der Sozialdemokratischen Partei geführt – mit dem Freiwilligengesetz, dem Bundesgesetz zur Förderung von freiwilligem Engagement, erstmals diesem Bereich einen rechtlichen Rahmen gegeben. Wir brauchen das Rad also jetzt nicht neu zu erfinden. Wir stimmen aber dennoch zu, denn, wie gesagt, es sind im Bereich des Sports 60 Fachverbände, 14 000 Vereine und rund drei Millionen Sporttreibende in Österreich betroffen.

Einen Punkt, der mir bis jetzt in der Argumentation gefehlt hat, möchte ich abschließend noch einbringen: Ob sich nämlich jemand in der Freiwilligenarbeit einbringt oder nicht, ist ganz wesentlich vom Bildungsstand der Personen abhängig. Das heißt, die Beteiligung an der Freiwilligenarbeit steigt linear mit dem Bildungsstand. Da wir heute schon sehr intensive Diskussionen – unter anderem in einer Fragestunde und im Rahmen einer Dringlichen Anfrage – zu vielen Bereichen des Themas Bildung geführt haben, möchte ich noch Folgendes anmerken: 61 Prozent der Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, haben einen Hochschulabschluss, nur 35 Prozent der Menschen in der Freiwilligenarbeit haben nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss.

Wir bedanken uns selbstverständlich bei allen Freiwilligen in unserer Republik, aber umso wichtiger ist es, wirklich daran zu arbeiten, dass jungen Menschen, dass vor allem allen jungen Menschen der Weg zur Bildung, zur Leistung und somit letztendlich auch zum Freiwilligenengagement geöffnet wird.

Ja, wir erteilen diesem Antrag unsere Zustimmung. Ich hoffe abschließend noch, dass es, wenn es zu einer möglichen Gesetzesänderung kommt, auch eine angemessene Begutachtungsfrist und eine parlamentarische Diskussion geben wird. – Danke.